Ilse Bilse …

… keiner willse, böse Hülse. Verständlich, meint „Hülse“ in diesem Vers doch weder ein sitzengebliebenes Mädchen noch eine Umhüllung, sondern ein stachliges Forstunkraut, Ilex aquifolium, die Stechpalme. Der Name „Hülse“ in vielen Ortsnamen weist auf die einst weite Verbreitung der Pflanze, besonders im Westen Deutschlands. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff trug eine solche Ortsbezeichnung in ihrem Namen.

Die Pflanze mag das atlantische Klima, mit Trockenheit und stärkeren Frösten kommt sie nicht zurecht. Als ich Anfang der 90er in den Westen Mecklenburgs zog, begegnete ich der Pflanze dort zum ersten Mal in den Wäldern und Dörfern. Das Dorf Loosen bei Ludwigslust ist bekannt für seine mindestens hundert Jahre alten Ilex-Hecken. Erstaunt nahm ich das zur Kenntnis, hatte ich die „Holly“ doch bis dahin für eine lästige amerikanische Weihnachtsimportware gehalten.

Auf dem Bonner Venusberg: Stechpalmen und uralte Buchen.

Auf dem Bonner Venusberg: Stechpalmen und uralte Buchen (oder sind es Hainbuchen?)

Bei einem Spaziergang auf dem Bonner Venusberg begegnete ich der Pflanze wieder. Hier gab es gleich noch ein anderes Relikt alter Forstwirtschaft zu bestaunen: Uralte Baumriesen, die ihre knorzige Form der Brennholzgewinnung aus Niederwaldwirtschaft verdanken. Dabei wurden, ähnlich wie bei Kopfweiden, die Bäume immer wieder in einer niedrigen Höhe abgeschnitten.

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