Erhabenheit

Wenn es einen Begriff gibt, der den Eindruck beschreibt, den das Asklepeion auf Kos bei mir hinterlassen hat, so ist es „Erhabenheit“. „Klarheit“ kommt dazu und jene dem Meer zugewandte Weitsicht, die den Blick in die letzten drei Jahrtausende einschließt. Mit diesem Blick betrachtet, sind die Schiffe unseres Lebens klein und leicht, und wir können sie getrost ziehen lassen.

Natürlich lässt sich das alles nicht in einem Bild wiedergeben. Die Anlage, die tausend Jahre lang, von 500 vor bis 500 nach Christi Geburt, als Tempel und Krankenhaus diente, ist Anfang des 20.Jahrhunderts freigelegt worden. Sie zeigt in ihrer äußeren Form eine Mischung aus Nachbauten und antiken Resten, verteilt über drei Terrassen und eingebettet in eine archaische Hügellandschaft voller Oliven, Pinien und Zypressen.

Auf meinem Bild sieht man den Tempelrest auf der obersten Ebene, von der aus der Blick weit über das Meer zu den Nachbarinseln und dem heute türkischen Festland reicht. Zwischen den Steinen wächst eine leuchtend blaue Klee-Art, deren Marienfarbe mich daran erinnert, dass der Ort in frühchristlicher Zeit der Muttergottes geweiht war.

Säulenrest des Asklepios-Tempels auf der obersten Ebene des Asklepeions in Kos.

Säulenrest des Asklepios-Tempels auf der obersten Ebene des Asklepeions in Kos.

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