Am Wegrand

Tag für Tag bewegt sich Mittelfranken unter meinen Füßen fort, ich genieße es, früh aufzustehen und der Hitze davonzulaufen, überall gibt es etwas zu sehen und zu zeichnen – die Tage sind lang, doch immer noch nicht lang genug, um hier ausführliche Artikel zu schreiben. Abgesehen davon, dass viele Zeichnungen im Skizzenbuch im vertrauten dreiviertelfertigen Zustand verharren, weil schon das nächste Motiv des Weges gekommen ist.

Neben dem Skizzenbuch habe ich noch ein paar Aquarellpostkarten mitgenommen; darauf zeichnet es sich locker. Hier einige dieser Wegrandnotizen.

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Goldengel und graue Schlange

Königsfeld auf dem Fränkischen Jura hat nicht nur ein Gasthaus mit Stammtisch zu bieten, es hat auch Geschichte. Der Name Königsfeld erinnert an eine karolingische Pfalz, die Kirche ist noch heute mit Mauern und Toren als Wehrkirche befestigt, und alles atmet den Geist eines sehr alten Siedlungsplatzes.

Im Innern geht es hübsch barock zu, besonders die Kanzelengel hatten es mir angetan. Leider habe ich den pfiffig-verschmitzten Ausdruck nur bedingt einfangen können.

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Barocker Engel an der Kanzel der Königsfelder Kirche.

In einer Nebenkapelle stieß ich dann auf ein Glasfenster mit einer Mondsichelmadonna, der Machart nach vermutlich um 1900 entstanden. Ich stand auf Augenhöhe mit dem zarten Madonnenfuß, der die Schlange der Sünde zertritt, und war sowohl von der feinen Grisaille-Arbeit als auch von der naturalistischen Darstellung des Schlangenkopfes beeindruckt.

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Detail einer Glasmalerei in der Marienkapelle in Königsfeld. Besonders hat mir die an eine Schwarzweißfotografie erinnernde Darstellung von Schlange und Apfel gefallen. PITT-Pens und etwas Wasserfarbe in S&B Zeta.

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Kölner Engel

Steinerner Engel in Groß St.Martin, Köln

Auf dem Weg von Bonn zum Benediktushof hatte ich ein wenig – wie sich erweisen sollte, zu wenig – Zeit, die ich hoffte im Kölner Dom verbringen zu können. Leider war alles voll oder abgesperrt, und auch St.Andreas ganz in der Nähe wartete mit einem längeren Gottesdienst auf. Auf der Such nach einer ruhigen Ecke zum Zeichnen kam ich dann nach Groß St.Martin und umriss dort diesen Engel mit einigen wenigen Bleistiftstrichen – alles weitere habe ich später nach Fotografie ergänzt.