Japonismus, morgens

Es gibt einen schönen kleinen Film über den Zeichner Danny Gregory, der ihn dabei zeigt, wie er sein Frühstück zeichnet: natürlich werden Tee und Toast kalt, doch das Ergebnis ist hinreißend. Nun ist Gregory ein Profi, den neben vielem anderen auch eins von uns Laien unterscheidet: er ist schnell. Bei mir kommt in der gleichen Zeit allenfalls eine Bleistiftskizze heraus. Daher sind Morgenbilder, obschon ich diese Zeit liebe, bei mir knapp und im Zug nachkoloriert. Was zwar die Striche manchmal etwas wacklig macht, aber doch mehr Spaß als immer nur Rucksäcke und halb angeschnittene Mitreisende abzubilden.

Die Butter, in konventionellem Stil, entstand irgendwann im Winter, wenn das Bedürfnis nach kräftigen Farben bei mir am stärksten ist, der  japanisch inspirierte Milchtopf (passender Weise mit Sojamilch) in den letzten Tagen nach meinem Besuch in der großen Japan-Ausstellung des MKG Hamburg.

 

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Hokusai und Manga

„Die große Welle“ des japanischen Holzschnittkünstlers Hokusai gehört zu den Kunstwerken, die im medialen Zeitalter Teil der Populärkultur geworden sind. Doch wer weiß schon, dass das Bild auch zur Zeit seiner Entstehung bereits „Pop“ war? Farbholzschnitte waren – da aufwändig in der Herstellung – eher gehobene Massenartikel; sie wurden begleitet von unzähligen Schwarzweißarbeiten, Einzelblättern, Büchern mit Fortsetzungsgeschichten – Mangas.

Die Ausstellung Hokusai x Manga im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bietet einen opulenten Blick auf das Genre von seinen Anfängen im 17.Jahrhundert bis in die Gegenwart, seinen zahlreichen Längs- und Querbezügen. Neben zahlreichen Blättern von Hokusai, Hiroshige und vielen anderen gibt es auch Originalzeichnungen moderner Manga-KünstlerInnen zu sehen – neben vielem anderen, Cosplay-Kostümen, Videos, Spielzeug …

Das MKG konnte auf eine umfangreiche Dauerausstellung ostasiatischer Kunst zurückgreifen – die Räume sind gleich nebenan, und wer noch Seh- und Stehvermögen hat, kann hier noch weiter in Japonismus schwelgen.

Ich habe meine beiden modernen Favoriten gezeichnet und, klar, noch eine Katze aus der Dauerausstellung.