Königliche Anmut

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Spätmittelalterliche Marienstatue aus dem Diözesanmuseum Bamberg.

Das englische Wort grace bedeutet sowohl Gnade als auch Anmut (die im Deutschen ja auch Grazie heißt), seine lateinische Wurzel gratia fügt dem noch den Dank hinzu. „Gegrüßt seist du, Maria, voll der Anmut“: Da ist die Muttergottes uns nördlichen Protestanten gleich nicht mehr ganz so unvertraut.

Diese Marienstatue begegnete mir im Diözesanmuseum in Bamberg, einem ruhigen Ort, an den ich mich aus dem Samstagsnachmittagstrubel des Doms zurückgezogen hatte. Bei aller Anmut hat sie auch etwas strenges, hoheitsvolles, königliches. Aus der Beschriftung erfahre ich, dass die Figur wohl die spätgotische Überformung eines älteren, vermutlich romanischen Kerns ist – aus einer Zeit, als die Madonna noch als strenge Himmelskönigin in herrscherlicher Pose dargestellt wurde. Auch das Jesuskind mag einmal „ernsthafter“ ausgehen haben als dieser Knabe, der seine Füßchen im ordentlichen Schleier der Mutter verheddert.

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