Elfenblume

Mit seinen immergrünen, nach Laubfärbung ausgewählten und in Form geschnittenen Gewächsen ist der „Garten der Stille“ am Benediktushof auch im Winter ein schöner Ort. Ich nahm einen Bodendeckerzweig mit in mein Zimmer und legte in den Seminarpausen immer mal eine Lasur auf das Bild. Bald merkte ich, dass ihm das fragmentarische gut stand, und arbeitete nur ein Blatt vollständig aus – eine Meditation über die Schönheit des Unvollkommenen ebenso wie über das Loslassen eines „Werkes“.

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Epimedium spec., vermutlich x versicolor „sulphureum“, Aquarell auf 300g Arches satiné.

Meine Freude am fragmentarischen hinderte mich allerdings nicht daran, zu Hause nach dem Namen der unbekannten Schönen zu suchen: Epidemium,  die „Elfenblume“ nach den hübschen, elfenartig tanzenden Blüten – ich erinnerte mich daran, sie im Frühjahr gesehen zu haben. Der englische Name „Barrenwort“ – „Unfruchtbarkeitskraut“ verweist allerdings auf eine weniger elfenhafte Anwendung: die Pflanze ist mit Sildenafil-(Viagra)-ähnlichen Inhaltsstoffen ein aus der Traditionellen Chinesischen Medizin bekanntes Aphrodisiakum.

Und, ja: Der „Bund Deutscher Staudengärtner“ hat der Pflanzengruppe den Titel „Staude des Jahres 2014“ verliehen – was es nicht alles gibt …

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