Wegwarte

Bei meinem Aufenthalt auf Kos im Juni fiel mir immer wieder die blühende Wegwarte auf, und am vorletzten Tag machte ich einen Anlauf, sie zu zeichnen. Ich blieb mit dieser Zeichnung stecken, und erst jetzt, wo auch bei uns die letzten Wegwarten am Verblühen sind, kam ich dazu, das Bild fertigzustellen.

Die Wegwarte ist eine erstaunliche Pflanze. Ihre Blüten sind von faszinierendem, reinem, unwirklichem Blau, selbst die Staubgefäße zeigen keine Spur von Gelb. Blaue Farben sind in der Natur eher selten – so taucht „blau“ als Farbbezeichnung in Sprachen erst spät auf – das Altgriechische z.B. kannte es noch nicht. In der mittelalterlichen Malerei waren haltbare blaue Pigmente, da schwer zu beschaffen,  kostbar. Daher wurde Maria zum Zeichen der Verehrung oft in einem blauen Mantel dargestellt.

Es verwundert also nicht, dass blaue Blüten selbst uns heutigen noch etwas besonderes scheinen und uns das Herz öffnen. Als „Chicory“ trägt die Wegwarte im Kosmos der Bachblüten die Nr.8 und steht für die bedingungslose, nicht fordernde Liebe.

Die Wurzel der Pflanze hingegen wurde wegen ihrer Bitterstoffe geschätzt – als Pflanzenheilmittel und besonders, in gerösteter Form, als Kaffeeersatz, als Zichorienkaffee.

Studie einer Wegwarte. Pitt-Stifte mit etwas Wasserfarbe in S&B-Zeta.

Studie einer Wegwarte. Pitt-Stifte mit etwas Wasserfarbe in S&B-Zeta.

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